„Erst wenn Druck entsteht, zeigt sich, wer du wirklich bist.“ Diesen Gedanken kenne ich gut – und ich merke, wie wahr er oft ist. Ich frage mich manchmal, wie es eigentlich um mich steht, wenn es eng wird. Unsere Zeit ist schnell, laut und oft etwas unsicher. Viel läuft gleichzeitig. Man funktioniert, ist ständig erreichbar, hat den Kopf voll. Nach aussen wirkt vieles stabil – aber innen sieht es nicht immer so aus.
Wenn es Druck gibt, merke ich, wie sich meine Gedanken plötzlich mehr um mich selbst drehen. Um Sicherheit. Um Kontrolle. Um das, was ich brauche. Und ich stelle fest: Das ist nichts Neues. Es steckt irgendwo in mir drin. Schon kleine Kinder denken zuerst an sich – ganz automatisch. Und ich bin da nicht so anders. Manchmal treibt mich das an. Manchmal macht es mich einfach leer. Ich frage mich dann: Warum bin ich nicht immer so, wie ich eigentlich gerne wäre?
Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen.
Psalm 145, 18
Die Bibel spricht genau darüber. Nicht um mich schlecht zu machen, sondern um ehrlich zu sein. Und genau dort beginnt für mich etwas Hoffnungsvolles: Gott schaut nicht zuerst auf das, was bei mir nicht klappt. Er sieht mich als Mensch. So wie ich bin. Er ist nicht weit weg. Er interessiert sich für mich. Und er hat selbst einen Schritt auf mich zu gemacht – durch Jesus. Damit Beziehung wieder möglich wird.
Und ich merke: Es ist einfacher, als ich oft denke. Ein Gebet ist für mich kein religiöses Programm. Es ist einfach ein Gespräch. Ehrlich, direkt, ohne grosse Worte. Ich muss nichts leisten. Ich darf einfach kommen.
Und wenn Gott wirklich näher ist, als du denkst? Was hält dich noch zurück?
Ich komme Nachhause, mache meine Haustüre auf, werfe meine Tasche und die Jacke in eine Ecke und lasse mich erstmal auf das Sofa fallen. Es war ein anstrengender Tag. Meine Wohnung sieht aus, als hätte dort am Vorabend eine wilde Party stattgefunden und niemand hat aufgeräumt. Es herrscht Unordnung. Mir geht es gerade nicht gut. Es gibt so viele Dinge, die ich anpacken sollte, aber ich weiss nicht, womit ich anfangen soll. Ich kann mich nicht aufraffen aufzustehen und die Unordnung anzugehen.
Mir ist aufgefallen, dass die Ordnung in meiner Wohnung oft die Ordnung in meinem Herz widerspiegelt. Geht es mir gut und alles ist im Reinen, so ist meine Wohnung aufgeräumt und sauber. Geht es mir schlecht, lasse ich mich in eine passive Lebenshaltung fallen, und meine Wohnung ist unordentlich und schmutzig.
Mein Schlüsselmoment zur Wende ist oft das Gebet. Im Gebet beginnt sich das Leben in eine positive Richtung zu ordnen. Ich lade Gott bewusst ein und überlasse ihm die Kontrolle. Die Situation ändert sich nicht sofort, aber mein Fokus verändert sich und die Ordnung in meinem Herz und gleichzeitig auch in der Wohnung beginnt sich wiederherzustellen.
Wer heute unterwegs ist, hat sein Smartphone dabei. So bin ich erreichbar und kann jede Information abrufen, die ich bekommen will. Vielleicht soll ich meiner Frau noch Butter mitbringen, wenn ich schon beim Einkaufen bin. Es gibt viele sinnvolle Möglichkeiten, so ein Gerät einzusetzen. Wir gewöhnen uns schnell an neue Möglichkeiten! Viele können sich gar nicht vorstellen, wie man kommunizierte ohne Internet und mit einem einzigen Telefon im Dorf.
Gott war schon immer ständig erreichbar! Manche bezeichnen den Glauben als überholt; dabei begegnen wir den Werken Gottes überall. Gott ist up to date, immer online und ständig präsent. Er lädt uns ein: Komm zu mir mit deinem Kummer. Bring mir alles und lass es los! Ich befasse mich damit und schaue zu dir.
Niemand meint es so gut mit Ihnen wie Jesus! Warum nicht ausprobieren – Gott wartet auf deinen Anruf!?
Ihr Menschen, vertraut Gott jederzeit. Schüttet euer Herz bei ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht.
Du weisst: Eine Pflanze braucht Licht und Wasser, damit sie wachsen kann. Wenn du sie nicht giesst, wird sie irgendwann eingehen. Du musst nicht genau verstehen, wie sie wächst. Trotzdem wächst sie. Ähnlich ist es auch mit Gott. Roland, Interimsmanager und Coach aus der Ostschweiz, sagt: Unser Verstand reicht nicht aus, um Gott vollständig zu begreifen. Er ist grösser als alles, was wir uns vorstellen können. Aber Gott ist nicht verborgen geblieben. Er hat sich gezeigt. Er hat uns Orientierung gegeben und vor allem durch Jesus gezeigt, wie er wirklich ist. Jesus hat Menschen eingeladen, ihm zu vertrauen und ihm zu folgen.
Auch wenn nicht jede Frage sofort eine Antwort hat, kannst du mit dem anfangen, was du erkennst. Schritt für Schritt. Mit der Zeit wirst du mehr entdecken und verstehen, wie Gott wirklich ist. Besonders ermutigend ist: Gott geht auf Menschen ein, die zweifeln. Einer von ihnen war Thomas, ein Freund von Jesus. Er wollte nicht einfach blind glauben, und Jesus begegnete ihm persönlich. Das zeigt: Deine Fragen sind kein Hindernis für Gott.
Wenn du beginnst, Gott zu vertrauen, wirst du selbst erleben, wie gut und treu er ist. Die gute Nachricht ist: Jesus wendet sich besonders den Menschen zu, die ehrlich suchen.
«Streck deine Hand aus und lege sie in meine Seitenwunde! Hör auf zu zweifeln und glaube!»
«Ich kann mir meine Blumen selber kaufen und mit mir selber tanzen. Ich kann mir selbst meine Hand halten und liebe mich selbst besser als du mich jemals geliebt hast …» Ungefähr so lautet die Zusammenfassung eines Liedes, in dem eine bekannte Sängerin die Trennung von ihrem Ex-Mann verarbeitet.
Der Song schlägt Wellen, wird weltweit gehört und bricht viele Rekorde. Offensichtlich ist die Sängerin nicht die Einzige, die enttäuscht ist von der Liebe.
Tragen wir nicht alle den tiefen Wunsch nach Verbundenheit und eine Sehnsucht nach treuer Liebe in uns? Trotzdem sind zerbrochene Beziehungen und zerstrittene Familien allgegenwärtig in unserer Gesellschaft.
In der Bibel lesen wir von Jesus, der aus Liebe für uns starb. Er nahm Hass, Spott und letztendlich den Tod auf sich, um uns mit Gott zu versöhnen. Gott ist auch dann treu, wenn wir untreu sind. Seine Liebe wird uns nie enttäuschen. In ihm wird unsere Sehnsucht nach treuer Liebe gestillt.
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